Diabetes und Ernährung

Diabetes mellitus Typ II: Keine lebenslange “Zwangsdiät“: Unsere Küche informiert

Diabetes mellitus Typ II ist eine chronische Stoffwechselkrankheit, die zu erhöhten Blutzuckerspiegeln führt. Über einen längeren Zeitraum führt dies zu Schädigungen an Blutgefäßen und Nerven. Als „Spätschäden“ beim Diabetiker zählen folgende Krankheiten: Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschwäche, Netzhautschäden an den Augen, Erektionsstörungen, Gicht und einige andere. Die Neigung zu Diabetes mellitus Typ II ist genetisch bedingt und wird auch als „Altersdiabetes“ bezeichnet, obwohl in den letzten Jahren schon viele 30- bis 40-Jährige an Typ- II-Diabetes erkrankten. Grund dafür ist, dass immer mehr Menschen schon in jungen Jahren übergewichtig sind und sich zu wenig bewegen – beides gilt als Hauptursache dieser Erkrankung.

Aufgrund des Insulinmangels sind die Blutzuckerwerte erhöht, der Kohlenhydratstoffwechsel wird gestört und muss durch die Diabetestherapie wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Dies geschieht durch blutzuckersenkende Tabletten oder Insulinspritzen.

Eine besondere „Diabetes-Diät“, so weiß die Küchenchefin der „Seniorenwohnanlage am Schildberg“, Christine Tronnier, zu berichten, ist nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen überflüssig. Essen soll Spaß machen und trotzdem gesund sein. Das gilt auch für Diabetiker. In den letzten Jahren haben sich die Ernährungsempfehlungen für Diabetiker stark gewandelt. „Strikte Diabetesdiäten mit vielen Vorschriften und Verboten gibt es nicht mehr“, betont Tronnier. Stattdessen wird eine abwechslungsreiche, vollwertige und kalorienbewusste Ernährung empfohlen, die sich nur unwesentlich von der Kost unterscheidet, die Gesunde essen sollten. Aber leider leben die Gesunden im Alltag alles andere als gesund! Dies begünstigt das Entstehen von Diabetes! Eine richtige und gesunde Diabetiker-Ernährung hat also nichts mit einer „Hungerkur“ gemein.

Die Ernährung sollte ausgewogen und abwechslungsreich sein, das heißt viel Obst und Gemüse. Vollkornprodukte statt Weißbrot, Toast und Weißmehlprodukten. Fette Wurst und fetten Käse durch magere Lebensmittel ersetzen. Extrem ungesund und für Diabetiker nicht geeignet sind Kombinationen aus fett und süß, denn diese Kombination treibt den Blutzucker extrem in die Höhe, zum Beispiel Pommes Frites, Eierpfannkuchen, Sahneeis, Schokolade. Das Tückische daran ist, es schmeckt leider viel zu gut, da Fett ein hervorragender Geschmacksträger ist. Aber diese Erkenntnisse treffen für alle Menschen zu, egal ob Diabetiker oder Nicht-Diabetiker.

Aufgrund der neuesten medizinischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse trat seit Oktober 2012 die Änderung der Diätverordnung in Kraft. Das heißt, es dürfen keine Lebensmittel für Diabetiker mit der Bezeichnung „Zur besonderen Ernährung bei Diabetes mellitus im Rahmen eines Diätplanes“ deklariert werden. Die Ernährungsempfehlungen für Diabetiker richten sich nach den Empfehlungen für eine vollwertige Ernährung. Nach wie vor steht bei übergewichtigen Diabetikern die Gewichtsreduktion im Vordergrund. Es gibt keine besonderen Anforderungen mehr an Lebensmittel für Diabetiker. Eine Revolution ist: Die tägliche Aufnahme von bis zu 50g Zucker pro Tag ist erlaubt, da die erhöhte Aufnahme von Fruktose (Ersatz-süßungsmittel in den letzten Jahrzehnten) für Diabetiker nicht mehr als empfehlenswert gilt.

Diese Gesetzesänderungen und das Fehlen der „Diät-Produkte“ (Joghurt, Marmelade, Kuchen, usw.) im Handel und demzufolge auf unseren Tischen – auch in der „Seniorenwohnanlage am Schildberg„ -führte zu großer Irritation, aber in intensiver Aufklärungsarbeit und Gesprächen mit betroffenen BewohnerInnen und Angehörigen konnten Unsicherheit und die Angst vor dem Neuen beseitigt werden. Küchenchefin Christine Tronnier hat ihre MitarbeiterInnen geschult und somit ist jeder in der Lage, bei Fragen und Ängsten die richtige Antwort zu geben.

Abschließend stellt Christine Tronnier zwei Rezepte vor, die wir im „Schildberg“ unseren BewohnerInnen anbieten und die beweisen, dass wir auch für Diabetiker abwechslungsreich, ballaststoffreich – eben gesund – kochen. In diesem Sinne guten Appetit und bleiben Sie gesund. Ihre Christine Tronnier

 

Nudeln mit Gemüse und Pilzen

Zutaten (für eine Person): 85g glutenfreie Nudeln, 1 gehackte rote Zwiebel, 1 EL Olivenöl, 1 Möhre, ¼ gelbe Paprika, je 50g Brokkoli und braune Champignons, 3 halbierte Kirschtomaten, 100 ml Gemüsebrühe (Instant), 1 EL (30g) Frischkäse 20% Fett i. Tr., 1 EL Sauerrahm, 1 TL weißer Balsamico, Salz, Pfeffer, Petersilie,1 EL geriebener Parmesan.

Champignons putzen und vierteln. Die Möhre und die Paprika in Würfel schneiden, den Brokkoli in Röschen zerteilen und die Stiele abschneiden. Die Brokkolistiele würfeln und mit der Zwiebel und der Möhre in Öl andünsten. Pilze und Paprika hinzufügen und kräftig anbraten. Das Ganze mit Brühe ablöschen und zugedeckt 5 min. garen. Die Nudeln bissfest kochen. Brokkoliröschen in der Sauce 3 min. garen, dann den Frischkäse und den Sauerrahm einrühren und mit Gewürzen, Essig und Petersilie abschmecken.

Die Tomaten kurz mit erhitzen, nicht aufkochen. Die Nudeln mit Sauce und Parmesan anrichten. Nährwerte: Dieses Rezept enthält etwa 500 Kalorien, 16g Eiweiß, 17g Fett und 59 g anrechnungspflichtige Kohlenhydrate (5 BE / 6 KE).

Bunter Gemüse-Eintopf: Gesund und lecker

Zutaten (für eine Person): 40g Vollkornreis, 3 TL Olivenöl, 1 Msp. zerdrückter Knoblauch, 50g Lauch, 1 Möhre, ¼ gelbe Paprikaschote, 300 ml Gemüsebrühe (Instant), ½ Dose (200g) Pizzatomaten, 60g dicke weiße Bohnen (Dose, abgetropft), 50g Zucchini in Stücken, Salz, Pfeffer, gehackte Kräuter (z. B. Petersilie, Kerbel, Basilikum), 1 EL geriebener Käse (z. B. Bergkäse, Parmesan), dazu 50g Vollkornbrot oder –baguette.

Lauch und Möhre in Scheiben schneiden, Paprika würfeln. Reis garen. Inzwischen Öl in einem Topf erhitzen und Lauch, Möhre, Paprika und Knoblauch kurz darin andünsten. Mit Brühe ablöschen, Tomaten einrühren. Aufkochen, zugedeckt bei milder Hitze etwa 10 min. garen. Bohnen und Zucchini zugeben, alles weitere 5 min. garen. Reis untermischen, mit Gewürzen und Kräutern abschmecken. Eventuell noch etwas Brühe zufügen. Mit Käse bestreuen und servieren. Nährwerte: Dieses Rezept enthält etwa 550 Kalorien und ca. 4,5 BE / 5,5 KE.

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